Beschlussdetails
Sitzung

Organisation Betriebsausschuss

Nummer 2

Datum Dienstag, 8. Juni 2021

Details

Vorlage

Nummer BVA / 44 / 2021

Details

Beschluss

Status

Top

Vorstellung eines erstellten Gutachtens

Beschlusstext

Kommentare

Bemerkung

Einleitend erläutert der Vorsitzende Norbert Münster die derzeitige Situation der Klärschlammverwertung. Ein kleinerer Anteil des anfallenden Rohschlammes der Kläranlagen Bad Wünnenberg und Haaren wird als Dünger auf landwirtschaftliche Flächen verbracht. Der überwiegende Anteil der anfallenden Klärschlämme aus den Kläranlagen wird zentral in
Bad Wünnenberg gesammelt und beim Erreichen der dortigen Aufnahmekapazität von einem Fremdunternehmen ca. 4 mal jährlich über eine mobile Klärschlammpresse im Lohnverfahren entwässert und so zur Verbrennung aufbereitet. Dies geschieht aufgrund schwankender Kapazitäten und sich ändernder Abnahmebedingungen jeweils über den Abschluss eines Jahresvertrages, so dass keine verlässliche langfristige Entsorgungssicherheit gegeben ist.
Betriebsleiter Wittler ergänzt, dass durch den Beitritt zur Klärschlammkooperation OWL im letzten Jahr die Entsorgungssicherheit ab 2024 gegeben ist. Dafür müssen aber vertraglich vereinbarte Mengen Trockenmasse von den Kooperationspartnern kontinuierlich geliefert werden. Das Ingenieurbüro Dr. Denkert aus Bochum wurde beauftragt ein Gutachten zur möglichen stationären Rohschlammentwässerung der anfallenden Klärschlämme von den Kläranlagen Haaren und Bad Wünnenberg auf der Kläranlage Bad Wünnenberg zu erstellen. Dieses Gutachten zur Rohschlammentwässerung und Auswahl eines Maschinensystems wird in der Sitzung von zwei Mitarbeiterinnen des Ingenieurbüros,
Frau Dipl. Ing. Yvonne Reza-Tehrani und Frau Ina Terlau vorgestellt.
Nach einem kurzen Einblick in die Tätigkeitsbereiche des Unternehmens Dr. Denkert, mit dem Schwerpunkt Schlammentwässerung, und hier wiederum die Betreuung und Optimierung bestehender Anlagen, referiert Frau Reza-Tehrani über verschiedene Maschinensysteme zur Klärschlammentwässerung. Hier kommen Kammerfilterpresse, Zentrifuge, Schlauchfilter-presse, Bandfilterpresse und Schneckenpresse zum Einsatz. Dabei gibt es kein eindeutig bestes Maschinensystem. Welches System zum Einsatz kommt, ist lt. Frau Reza-Tehrani immer von den örtlichen Gegebenheiten auf der jeweiligen Kläranlage sowie den vorliegenden Parametern der anfallenden Rohschlämme abhängig. Auf nähere Erläuterungen zu den einzelnen Systemen wird an dieser Stelle verzichtet und auf das Gutachten verwiesen, das jedem Ausschussmitglied in der Sitzung vorliegt und auch der Niederschrift als Anlage beigefügt ist.
Das Gutachten gliedert sich in die Erhebung des IST-Zustand der KA Bad Wünnenberg und Haaren, die Aufgabenstellung, die Auslegung der verschiedenen Maschinensysteme und eine Kostenschätzung und Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Im Ergebnis empfiehlt das Gutachten unter Einbeziehung dieser Punkte und auf Basis der Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Rohschlammentwässerung auf der KA Bad Wünnenberg die Installation einer Zentrifuge mit einem Trommelinnendurchmesser von = 530mm (vorgestellte Variante 1B). Die Investitionskosten hierfür belaufen sich auf rd. 1.250.000 € brutto.
Sollte sich die Stadt Bad Wünnenberg für die Umsetzung dieser oder auch einer anderen Variante zur Schlammentwässerung entscheiden, so bietet das Büro Dr. Denkert an, das Ausschreibungs- und Ausführungsverfahren mit einer praxisbewährten Vorgehensweise (über 50 Eindick- und Entwässerungsanlagen) zu begleiten. Als Ausführungszeit von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Anlage ist von einem Zeitraum von 2 Jahren auszugehen.
Durch die umfassenden Informationen zur Rohschlammentwässerung werden lt. dem Vorsitzendem Münster die kommenden, aber wohl unumgänglichen Ausgaben im Abwasserbereich deutlich. Letztlich habe der Ausschuss bzw. der Rat der Stadt
Bad Wünnenberg über diese Millioneninvestition zu entscheiden.
Er bedankt sich bei den Damen Reza-Therani und Terlau für die Ausführungen und wünscht ihnen eine gute Heimreise nach Bochum.